Koordinationstraining für Jugendliche und Kinder

Auf einem Bein stehen oder eine Rolle rückwärts: Was sich einfach anhört, beherrschen viele Kinder nicht mehr.  Bedingt durch Schule oder Digitalisierung hat die Zukunft von morgen echte Probleme hinsichtlich der Koordination und körperlicher Fitness.
Dabei ist gezieltes Koordinationstraining bei Jugendlichen und Kindern ist wirklich nötig. Das zeigen diese Zahlen:

  • 50–65 % der Schulkinder haben Haltungsschwächen
  • 30–40 % Koordinationsstörungen/-schwächen
  • 20 % der Kinder haben insbesondere Probleme mit dem Gleichgewicht
  • 50% der Sechsjährigen können keine Rolle vorwärts

Was damals noch das Freizeitangebot nach der Schule übernommen hat, ist heute durch Schuldruck und Digitalisierung nur noch schwer umzusetzen.

Ab dem 30. Lebensjahr bilden sich die koordinativen Fähigkeiten langsam zurück. Wenn Kinder und Jugendliche Koordinationsschwächen haben, werden diese sehr viel schneller im Alter zu einem Problem.

Bei Kindern und Jugendlichen deuten diese „Symptome“ auf Bedarf für Koordinationstraining hin:

  • Probleme beim Balancieren
  • Probleme beim Fangen
  • Unbeweglichkeit
  • Ständiges Anlehnen an anderen Gegenständen

Koordinationsprobleme führen leider zu einem Teufelskreis:

Die Kinder sind unsicher bei Bewegungen und ziehen sich noch weiter von sportlichen Aktivitäten zurück. Das führt dazu, dass die Koordination noch schlechter wird…
Ironischer Weise besitzen Jugendliche heutzutage eine sehr gute Auge-Hand-Koordination: Das ist das Ergebnis von viel Computer spielen.

Gezieltes Koordinationstraining bei Kindern und Jugendlichen kann in jeder ihrer Lebensphasen angewendet werden

Koordination ist jederzeit trainierbar und verbesserbar. Besonders junge Menschen lernen extrem schnell und können so vieles Aufholen.

Im Vorschulalter sind die koordinativen Fähigkeiten am trainierbarsten. In dieser Zeit ist es wichtig, dass grundlegende, simple Bewegungsfähigkeiten erlernt werden. Darauf bauen anschließende, komplexere Bewegungen auf. Die Lerneffektivität steigt für die Zukunft signifikant an, wenn hier eine gute Basis geschaffen wird.

Im frühen Schulkindalter wiederholen Kinder Bewegungen immer wieder und verbessern die Bewegungen fortlaufend. Wichtig sind hier Korrekturen und mehrfaches Üben von Bewegungen, auch über die eigentliche Bewegung hinaus.

Mit 10 Jahren, dem späten Schulkindalter oder auch das „goldene Lernalter“ erfolgen die größten Lernerfolge in der Differenzierungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit und Rhythmisierungsfähigkeit.

Was in dieser Phase versäumt wird zu erlernen, ist später kaum oder mit ungleich höherem Aufwand zu erlernen (was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr).
Vielseitige sportliche Betätigung erweitern die koordinativen und motorischen Grundfertigkeiten weiter. Gerade durch Sport ist verstärktes Erlernen sportlicher Grundtechniken, variable Übungsgestaltung und ausreichende Lernvertiefung möglich.

Dies gilt für die Grobform, als auch für die Feinform.

Koordinationstraining in der Jugend hat verschiedene Anforderungen

In der Pubertät im Alter von 11 oder 12 Jahren (Mädchen) oder Jungen mit 12 oder 13 Jahren beginnt die Pubeszenz. In dieser Phase wachsen die Kinder und Jugendlichen sehr stark und die Körperproportionen verändern sich.

Jedes Jahr kann der angehende Jugendliche nun bis zu 10 cm wachsen.

Während dieser Phase zeigen sich Qualitätsverluste und Ungenauigkeiten in der Feinsteuerung. „Überschießende Bewegungen“ sind das Resultat.

Dennoch sollten sich die Jugendlichen nicht von diesem koordinativen Rückschritt beeindrucken oder entmutigen lassen, sondern den Fokus auf konditionelle Aspekte legen. Das Koordinationstraining in diesem Alter sollte darauf ausgelegt sein die Bewegungen zu festigen.

In der zweiten puberalen Phase, der Adoloszenz mit 13-14 (Mädchen) oder 14-15 (Jungen) Jahren, harmonisieren sich die Körperproportionen wieder. Koordinationstraining ist hier wieder sehr gut möglich, da die Bewegungsprogramm-Speicherfertigkeit sehr hoch ist.

Das Koordinationstraining von Jugendlichen ist in dieser Phase besonders effektiv, da sich die Jugendlichen sozusagen in einem „zweiten goldenen Lernalter“ befinden.

Gerade in jungen Jahren kann das Kind und können auch die Eltern dafür sorgen, später eine gesunde und gute Basis zu haben. Dadurch, dass das Leben der Jugendlichen immer sesshafter wird, ist gezieltes Koordinationstraining wichtig. Nur so kann ein Ausgleich geschaffen werden, der sowohl die Basis für eine gute sportliche Entwicklung und Prävention für Koordinationsprobleme im Alter sind.

Richtig praktisch: Koordinationstraining ist ohne Geräte möglich!